Dominic Schafflinger kam schon früh mit Kampfkünsten in Berührung. Als Jugendlicher begann er mit Taekwondo, in dem er auch an Wettkämpfen teilnahm. Nach dem Schulabschluss und dem Militärdienst in Bad Gastein zog er im Alter von 19 Jahren nach Frankfurt und Stuttgart, um Berufserfahrung in der Gastronomie zu sammeln.
Aufgrund begrenzter Freizeit widmete er sich intensiv dem Bodybuilding und eignete sich grundlegende Kenntnisse der Trainings- und Fitnesslehre an. Dieses Fundament baute er kontinuierlich aus und schloss später ein Diplom in Fitness an der FAB Academy (Fabulous Body Inc., Kalifornien, USA) ab.
Nach einer beruflichen Phase in der Schweiz trat er der Wing-Tsun-Akademie in Salzburg (EWTO-Zweig) bei, wo er 2008 seine Trainerzertifizierung erlangte. Die Schule firmierte damals unter dem Namen ARTMA Academy, gegründet vom Kampfkunstexperten und Physiker Franz Herzog. 2013 wurde Dominic zum Schulleiter des Salzburger ARTMA-Zweigs ernannt.
In dieser Zeit erhielt er eine vertiefte Ausbildung in Qigong, daoistischen Meditationspraktiken, Yoga-orientierter Körperarbeit sowie in der philosophischen Grundlage der Kampfkünste. Sein körperliches Haupttraining bestand aus klassischem Leung-Ting-Wing-Tsun, ergänzt durch philippinisches Eskirma, Boxen, Fechten, mittelalterlichen Schwertkampf und Chen-Stil-Taijiquan. Neben dem Unterricht für über 100 Schüler an drei bis fünf Tagen pro Woche übernahm er eine kleine Kindergruppe mit zunächst fünf Teilnehmern, die er innerhalb von zwei Jahren zu einem viertägigen Trainingsprogramm mit über 30 Kindern ausbaute.
Vollständig der Kampfkunst verpflichtet, gab Dominic seinen früheren Beruf auf und begann ein Geschichtsstudium an der Universität Salzburg. Sein Schwerpunkt lag auf Globalgeschichte mit besonderem Fokus auf China und die Seidenstraßen unter Professorin Angela Schottenhammer. Zusätzlich arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent und schloss sein Bachelorstudium 2016 ab.
Ebenfalls 2016 erlebte er einen entscheidenden Wendepunkt, als er an einem Seminar des renommierten Chen-Taijiquan-Lehrers Jan Silberstorff teilnahm, dem westlichen Meisterschüler und Linienhalter von Großmeister Chen Xiaowang. Die dort gezeigte Tiefe und Qualität führten zu der Erkenntnis, dass er Taiji zuvor lediglich äußerlich nachgeahmt hatte. Er wurde daraufhin Privatschüler von Meister Silberstorff und studierte bei ihm in Hamburg sowie später in Bulgarien das vollständige System des traditionellen Chen-Taijiquan. Bis heute setzt er dieses Studium fort. Trainiert aber auch bei weltweit anerkannten Meistern andere Kungfu Stile - wie Sifu Salih Avci.
2018 schloss Dominic sein Bachelorstudium ab. Nach unauflösbaren Differenzen verließ er die ARTMA Akademie nach fünf Jahren als Head Coach und Schulleiter mit dem dritten Lehrergrad (vergleichbar mit dem 3. Dan im Karate).
Anschließend entwickelte er seine eigene Lehrmethode Daoconcepts und verlagerte seinen Schwerpunkt verstärkt auf Seminare sowie auf die Vermittlung von Kung Fu, Selbstverteidigung und Achtsamkeit für Kinder und Jugendliche. Er arbeitete mit NGOs wie Jugend am Werk und AVOS sowie mit dem Magistrat der Stadt Salzburg in Schulen und Kindergärten.
Nach einer professionellen Ausbildung in Achtsamkeit für Kinder und Jugendliche (AMIKI) bei Arbor Seminars baute er Achtsamkeitsprogramme an Schulen im gesamten Bundesland Salzburg auf. Erwachsene unterrichtete er in Volkshochschulen, bei NGOs wie Pro Mente sowie im Einzelunterricht bis ins hohe Alter.
2020 erlangte er das Kursleiterzertifikat der WCTAG Association von Jan Silberstorff und gründete im selben Jahr die Chinese Martial Arts Union, um Kampfkunsttraining leistbar zu halten und den Austausch zwischen verschiedenen Stilen zu fördern. Heute werden dort Wing Tsun, Zhong Xin Dao und Taijiquan unterrichtet, wobei Dominic den Taijiquan-Bereich für Erwachsene und Kinder leitet. Mehr als 600 Menschen lernen derzeit online bei ihm, zudem gibt es akkreditierte Lehrer in den Niederlanden und auf Kuba.
2025 übernahm er den traditionsreichen „Taijiquan & Qigong Verlag“ in Norddeutschland, führte ihn als DAOCONCEPTS Verlags GmbH weiter und brachte ihn nach Österreich. Sein Ziel ist es, diese Künste in Europa zu verbreiten und ihnen eine ähnliche Bekanntheit zu verschaffen wie Yoga im Westen. Mit ungebrochener Energie unterrichtet, schreibt und erforscht er weiterhin die Welt der Kampfkünste.